Der Hospizverein Bramsche erhält für sein Projekt „Trostbänke gegen Einsamkeit“ eine besondere Auszeichnung. Die Initiative setzt im Stadtgebiet sichtbare Zeichen für menschliche Nähe und vertrauliche Gespräche.
Große Freude und Anerkennung für den amb. Hospizverein Bramsche: Das Herzensprojekt „Trostbänke gegen Einsamkeit“ wurde von der Diakonie Stiftung Osnabrück Stadt und Land für den renommierten 1. Platz des Doris-Janssen-Reschke-Preises ausgewählt.
Die hochkarätig besetzte Jury übergibt am Donnerstag, 17. September, in Hilter in der Johannes-der-Täufer-Kirche die Urkunde und das Preisgeld in Höhe von 2000 Euro an die Ehrenamtlichen des Hospizvereins.
Platz nehmen, Trauer teilen, Trost finden
Mit den Trostbänken, die an fünf Standorten im Bramscher Stadtgebiet zu finden sind, hat der Verein sichtbare Zeichen gegen Vereinsamung und für das Miteinander gesetzt. Sie dienen nicht nur als Rückzugsorte und Sitzgelegenheiten, sondern signalisieren der Bevölkerung: Hier gibt es Raum für Trauer, vertrauliche Gespräche und echte menschliche Nähe.
Einmal im Monat begleiten Annette Cizelsky, Anke Fromhold, Andre Hennig und Christel Hugenschütt als Ehrenamtliche diese Bänke aktiv, um Hilfesuchenden in schweren Zeiten als einfühlsame Ansprechpartner zur Seite zu stehen. Sie fangen Sorgen auf und spenden Trost, mitten im Alltag, unverbindlich und kostenfrei. Außerhalb der Betreuungszeiten laden die Bänke zu Pausen ein, dann können auch Flyer mit Kontaktdaten aus den angebrachten Kästen entnommen werden. Über die Handynummer des Vereins sind stets ausgebildete Trauerbegleiter zu erreichen. Oder es kann eine von elf mutmachenden Trostgeschichten angehört werden. Diese vertonten Geschichten wurden von Ehrenamtlichen gesichtet, bearbeitet und eingelesen. Über einen angebrachten QR-Code werden sie abgerufen und erzählen zum Beispiel davon, wie Trost duftet, oder von hoffnungsvollen oder auch humorvollen Begegnungen.
Gelebtes Ehrenamt in Bramsche
„Diese Auszeichnung erfüllt uns mit tiefer Dankbarkeit und stärkt uns in unserer täglichen Arbeit“, freut sich Grit Beimdiek, die 1. Vorsitzende des Hospizvereins. „Die Trostbänke zeigen, dass Abschied, Trauer und Einsamkeit keine Tabuthemen bleiben dürfen, sondern mitten in die Gesellschaft gehören – im Füreinander-Dasein, als sorgende Gemeinschaft.“
Ihr Dank geht an die Jury der Diakonie Stiftung und ausdrücklich an die beteiligten Ehrenamtlichen, ohne deren Empathie und Zeiteinsatz dieses Projekt nicht möglich wäre. Ihnen ist dieser Preis gewidmet. Und so soll das Fördergeld auch in den Erhalt und in den Ausbau des Herzensprojektes fließen.
Der alle zwei Jahre vergebene Preis erinnert an Doris Janssen-Reschke (1944–2008), die erste Landessuperintendentin im Sprengel Osnabrück, und würdigt zukunftsweisende diakonische Projekte, die maßgeblich von Ehrenamtlichen getragen werden
Dieser Text wurde erstellt von:
Elfriede Haarannen
amb. Hospizverein Bramsche e.V.